Zum Geschenk für andere werden • 121 Stammzellenspender am Comenius-Gymnasium

Mit dem Aufruf „Werde zum Geschenk für andere“ hat am Dienstag, 17. Dezember 2020 eine Stammzellen-Typisierungsaktion für das gesamte Comenius-Gymnasium begonnen. 121 Oberstufenschüler, Lehrer, Mitarbeiter sowie Eltern und Angehörige ließen sich in die Spenderdatei aufnehmen.

Bereits im Vorfeld plante eine Gruppe engagierter Zwölftklässler zusammen mit Lehrerin und Initiatorin Monika Wühr die Aktion. Es wurden Sponsorenfirmen gesucht, Plakate entworfen, Vorträge geplant und ein Kuchenverkauf organisiert.

Der Aktionstag begann für die elften und zwölften Klassen sowie ihre Lehrkräfte mit zwei Vorträgen über Stammzellenspende. Monka Wühr hieß dazu Bianka Stöcker vom Aktionskreis „Hilfe für Leukämiekranke“ als Stammzellenempfängerin und Michael Gleißner, einen Stammzellenspender, willkommen.

Wühr machte deutlich, wie wichtig es sei, dass sich möglichst viele in der Stammzellendatei registrieren ließen, denn Leukämie könne jeden treffen, egal, ob jung oder alt, wobei oft die Stammzellenspende die letzte Möglichkeit sei, das Leben des Erkrankten zu retten.

Das hatte Bianka Stöcker am eigenen Leib erfahren. Sie schilderte, wie bei ihr vor 23 Jahren „Akute Leukämie“ diagnostiziert wurde. Ab diesem Zeitpunkt begann ihr Kampf ums Überleben. Nach zahlreichen Chemos und einer Eigenstammzellenspende schien der Krebs nach zwei Jahren besiegt. Aber er kam zurück. Nun war sie auf Stammzellen ihrer Schwester angewiesen, die ihr schließlich das Leben retteten. „Seitdem feiere ich dreimal Geburtstag im Jahr“, erzählte Stöcker.

„Was gibt es jetzt vor Weihnachten Besseres, als selbst zum Geschenk für andere zu werden?“, fragte Michael Gleißner die Schüler. Er selbst durfte diese Erfahrung machen. Jahre nach seiner Typisierung erhielt er einen Anruf, dass er als Stammzellenspender für eine erkrankte Person in Frage käme. Sofort sagte er zu. Zudem erklärte Gleißner den Schüler und Lehrern die zwei Methoden zur Stammzellengewinnung: die Entnahme aus dem Beckenkammknochen sowie die Entnahme aus dem peripheren Blut. Die zweite Methode werde in 80 Prozent der Fälle durchgeführt.

„In meinem Fall gingen die Stammzellen nach Schweden, nach Göteborg, wie ich später erfuhr“, berichtete Gleißner, Inzwischen habe er auch Kontakt zu seiner Stammzellenempfängerin.

Schulleiter Markus Höß bedankte sich bei den Referenten und der Organisatorin Monika Wühr für ihr Engagement und lud ebenfalls zur Aktion ein. Mit Erfolg.

Die Schüler des Comenius-Helferteams erklärten unter Anleitung des Ehepaars Stöcker vom Aktionskreis „Hilfe für Leukämiekranke“, wie die Speichelproben abzugeben sind und nahmen die wertvollen Daten entgegen.

Parallel wurden von den Schülern selbst zubereitete Brotzeiten und Kuchen, sowie Kaffee verkauft, um möglichst viele Typisierungen durch den Erlös finanzieren zu können. Denn die Typisierung ist zwar für den Spender kostenlos, aber für die aufwendige Molekularuntersuchung werden pro Typisierung 40 Euro benötigt. 665 Euro konnten die Comenianer erwirtschaften. Zusätzlich wurde die Aktion mit Spenden von Firmen unterstütz, denen ebenfalls ein großer Dank gebührt!


Bericht aus der Deggendorfer-Zeitung am 23.12.2019