Typisierung in Straßkirchen – überwältigender Erfolg

Trotz geringer Vorlaufzeit kommen 1.070 Menschen zur Typisierungsaktion

Die ehrenamtlichen Helferinnen von der Bogener Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Susi Eidenschink (links) und Anja Kubitschek (rechts) sind seit über zehn Jahren ehrenamtlich beim BRK aktiv und helfen gerne – hier bei Sortierarbeiten der Spenderkartei bei der Typisierung. (Foto: ch)

Wo sonntags üblicherweise gähnende Leere herrscht, war am vergangenen Sonntag jede Menge los. Lange Warteschlangen bildeten sich im Straßkirchner Schulgebäude. Das Straßkirchner Kinderbasarteam organisierte in Zusammenarbeit mit dem Aktionskreis „Hilfe für Leukämiekranke“ eine Typisierungsaktion für Leukämiekranke. Innerhalb von vier Stunden ließen sich 1.070 Männer und Frauen typisieren.

Bianka und Alfred Stöcker vom Aktionskreis waren überrascht vom großen Erfolg, denn der Vorlauf für diesen Typisierungssonntag war mit unter zwei Wochen nicht gerade lange. Ein junger Gymnasiast aus Straßkirchen ist an einem heimtückischen Leukämieleiden erkrankt und das Organisationsteam des Straßkirchner Kinderbasars nahm dies zum Anlass alle Hebel in Bewegung zu setzen, um möglichst viele Menschen als Stammzellspender registrieren zu lassen.

„Es war überwältigend. Damit haben wir nicht gerechnet“, sagten die Verantwortlichen des Basarteams. Es kamen nicht nur viele Straßkirchner, auch aus den umliegenden Gemeinden war der Zuspruch enorm. Viele Straubinger, darunter viele junge Menschen, deren Daten lange in der Datenbank bleiben, ließen sich typisieren.

Inzwischen ist das Vorgehen beim Typisieren sehr einfach: Man entnimmt mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe, die zunächst in einem Speziallabor auf Gewebemerkmale untersucht wird. Alle Blutstammzellenspender werden später in der zentralen Datenbank in Ulm gespeichert, wo weltweit nach den passenden Blutstammzellenspendern gesucht werden kann. Den Teilnehmern an der Typisierung entstehen generell keine Kosten, obwohl eine Typisierung etwa 40 Euro an Ausgaben verursacht, so Bianka Stöcker, die zusammen mit ihrem Ehemann Alfred für den Ablauf sorgte.

Hilfe für Leukämiekranke

Für die Durchführung war neben dem Straßkirchner Basarteam der 1997 in Bogen ins Leben gerufene Aktionskreis „Hilfe für Leukämiekranke“ – eine Interessengemeinschaft von Betroffenen, Angehörigen, Freunden und Bekannten von Leukämiekranken – vor Ort. An der Spitze steht Bianka Stöcker, die zusammen mit ihrem Mann Alfred Stöcker seit vielen Jahren für den Aktionskreis aktiv ist und bereits 2001 in Straßkirchen im Rahmen einer Typisierung tätig war. Bianka Stöcker betonte, dass die Erfolge bei Blutstammzell- und Knochenmarktransplantationen mit freiwilligen Spendern verzweifelten Menschen wieder Hoffnung geben und eine vollständige Heilung erreicht werden kann.

Beim Kinderbasarteam gab es in der Eingangshalle der Schule Kaffee und Kuchen, Straßkirchner Firmen, Organisationen und Privatleute unterstützten die Aktion mit privaten Spenden. Die Spendenbox bei der Kuchenausgabe des Basarteams und das Porzellanschwein beim Typisierungstisch waren reichlich gefüllt. Über 3 000 Euro sind zusammengekommen beziehungsweise werden entsprechend noch eingezahlt.

Die regionalen Spenderdateien, die sich in dem Verbund der Deutschen Stammzellspenderdatei zusammengeschlossen haben, setzen sich seit Anfang der 80er Jahre für die Knochenmark- und Blutstammzellprobe ein. Ziel ist möglichst vielen Patienten einen passenden Spender zuzuordnen.

Die beiden medizinisch-technischen Assistentinnen Angela Kraus und Kathrin Roßdeutscher waren extra aus Ulm vom Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Genetik angereist um zu unterstützen. Kathrin Roßdeutscher stellte heraus, dass die Gewebemerkmale in der Bevölkerung immer vielfältiger werden und daher bei Blutkrebspatienten oder Patienten mit angeborenem Immundefekt hier oftmals die letzte Hoffnung sei, wieder gesund zu werden.

Einfacher Ablauf

Erste Station der Typisierung war die Ausgabestelle, wo Bianka Stöcker die Röhrchen mit den Wattestäbchen und Formulare für die Einverständniserklärung sowie Infomaterial aushändigte. An Tischen entnahmen die Teilnehmer die Speichelproben und füllten Formulare aus. Die Teammitglieder sammelten die Proben und Daten ein und sorgten dafür, dass alles seine Richtigkeit hatte. Dankbar zeigte sich Bürgermeister Christian Hirtreiter über die große Spendenbereitschaft.

Spendenkonto

Wer für den Aktionskreis „Hilfe für Leukämiekranke“ spenden möchte, der kann an folgendes Konto überweisen: IBAN: DE26 7425 0000 0000 960096, BIC: BYLADEM1SRG, Sparkasse Niederbayern-Mitte, Kennwort: „Hilfe für Leukämiekranke“. Bei Überweisungen bis 200 Euro gilt der Überweisungsträger als Spendenbescheinigung für das Finanzamt. (Text: ch)

Das Organisationsteam der Straßkirchner Typisierungsaktion (von links): Alfred Stöcker, Monika Wühr, Monika Hummel, Manuela Englberger, Barbara und Paula Dengler, Rosi Lorenz, Bianka Stöcker, Kathrin Janackovic, Bürgermeister Christian Hirtreiter sowie Kathrin Roßdeutscher und Angela Kraus von der Deutschen Stammzellspenderdatei in Ulm. (Foto: ch)