Mussten Menschen wegschicken

Überwältigender Erfolg der Typisierungsaktion

– Zweiter Termin am Samstag, 17. November 2018

Ein junger Feuerwehrmann aus Haselbach erkrankt im Oktober plötzlich an Leukämie. Sein Vater Johann Sykora, Bürgermeister von Haselbach und selbst langjähriger Feuerwehr-Vorstand, ergreift die Initiative und ruft zu einer groß angelegten Typisierungsaktion im Feuerwehrhaus von Haselbach auf. Und alle machen mit.

Lange Schlangen bildeten sich am Samstag vor dem Feuerwehrhaus, wo sich, mit Unterstützung des Aktionskreises „Hilfe für Leukämiekranke“ Bogen, innerhalb von vier Stunden 1 000 Frauen und Männer typisieren ließen. „Es war überwältigend. Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Reinhold Schläger, Vorsitzender des FW-Vereins. Es kamen nicht nur Vertreter der Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis. Auch viele Freunde aus Nachbarlandkreisen und Vereinen, darunter viele junge Menschen, deren Daten lange in der Datenbank bleiben, ließen sich typisieren. „Da halten wir alle zusammen“, betonte Schläger. Doch noch bevor alle Wartenden typisiert werden konnten, gab es keine Röhrchen für die Speichelproben mehr. „Wir mussten Menschen wegschicken.“ Daher findet am kommenden Samstag, 17. November, von 15 bis 18 Uhr eine zweite Typisierungsaktion statt.

Einfache Prozedur

Inzwischen ist die Prozedur sehr einfach: Man entnimmt mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe, die zunächst in einem Speziallabor auf Gewebemerkmale untersucht wird. Alle Blutstammzellenspender werden später in der zentralen Datenbank in Ulm gespeichert, wo weltweit nach den passenden Blutstammzellenspendern gesucht werden kann. Den Teilnehmern an der Typisierung entstehen keine Kosten.

Hilfe für Leukämiekranke

Für die Durchführung sorgte neben vielen Helfern der Feuerwehr der 1997 in Bogen ins Leben gerufene Aktionskreis „Hilfe für Leukämiekranke“ unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Franz Schedlbauer – eine Interessengemeinschaft von Betroffenen, Angehörigen, Freunden und Bekannten von Leukämiekranken. An der Spitze steht Bianka Stöcker, die zusammen mit ihrem Mann Alfred Stöcker und Vertretern des BRK Haselbach mit Erich Dietl für den professionellen Ablauf der Typisierung sorgte. Beim KDFB Haselbach mit Elke Schub gab es für alle Kaffee und Kuchen, der Getränkemarkt Steger unterstützte die Aktion mit Getränkespenden zahlreicher Brauereien. Gemeinderäte unterstützten die Aktion mit privaten Spenden.

Erste Station der Typisierung war die Ausgabestelle, wo Bianka Stöcker unter Mithilfe von Anita Schläger die Röhrchen mit den Wattestäbchen und Formulare für die Einverständniserklärung sowie Infomaterial aushändigte. An Tischen entnahmen die Teilnehmer die Speichelproben und füllten Formulare aus. Alfred Stöcker und Franz Liebl sammelten die Proben und Daten ein und sorgten dafür, dass alles seine Richtigkeit hatte. Dankbar zeigt sich Bürgermeister Johann Sykora über die große Spendenbereitschaft.

(Text + Foto: Elisabeth Röhn)

Bei Alfred Stöcker und Franz Liebl wurden die Spenden abgegeben.

Bürgermeister Johann Sykora an der Ausgabestelle mit Bianka Stöcker und Anita Schläger (von links).

 

 

 

 

 

 

 


Bogener Zeitung | Landkreis Straubing-Bogen | 12.11.2018