Mariensingen auf dem Bogenberg

„Madonna, nimm uns an deine Hand“

Flederwisch

Zum Lob der Gottesmutter musizierte eine große Schar von Sängern und Instrumentalisten in der Wallfahrtskirche, hier die Gruppe „Flederwisch“.

Bogenberg: Mariensingen mit sechs Gruppen zog Scharen von Besuchern an
(dw) Ein liebevolles musikalisches Geschenk an die Gottesmutter war es, das am Sonntagnachmittag in der Wallfahrtskirche „Zu unserer lieben Frau“ die in Scharen gekommenen Besucher begeisterte.Zu einem Mariensingen hatten die Landfrauen Bogen/Bogenberg mit Ortsbäuerin Rosmarie Franz eingeladen, und die Teilnahme war überwältigend. Die Ortsbäuerin begleitete dieses volksmusikalische Marienlob mit ihren mundartlichen Texten. Instrumentalmusik und Gesang wurden zu einem besonderen emotionalen Erlebnis.

Sechs in Bogen und in der Region beheimatete Musikgruppen im Altarraum und Solistin Bettina Thurner, die bekannte Bogenberger „Maiandachtssängerin“ oben am Chor, warteten mit ihren Liedern und Instrumenten in Klangfülle und hervorragend aufeinander abgestimmt auf.

Zunächst herzlich begrüßt von dem an diesem Vormittag in seinem Amt als Pfarrer offiziell eingeführten Pater Marek, stellte dann Rosmarie Franz das abwechslungsreiche Programm und dessen Ziel vor: „Unser Mariensingen hat zusammen mit seinem zur Ehre der Gottesmutter dienenden Lob noch einen ganz besonderen wohltätigen Zweck: Die gespendeten Gelder kommen zu gleichen Teilen der Knochenmark-Typisierungsaktion und der Förderstätte Sankt Josef in Straubing zugute.“

Als Organisatorin der Veranstaltung packte die Ortsbäuerin die an das Gnadenbild „Maria in der Hoffnung“ herangetragenen Anliegen in ihre meditativ eindringlichen Mundartverse: „Möcht ma di‘, Muatta Gottes im Himmel drob‘n , auf uns‘re Art heut besonders lob‘n. Mia kemma als Sünder, wia kunnt‘s anders sein, drum schliaß uns erst recht in dei Herzkammerl ein.“

Diese Bitte unterstrich, die Veranstaltung einleitend, Bettina Thurner mit ihrer den großen Kirchenraum ausfüllenden glockenreinen Stimme, und bat „Mutter Gottes, blicke huldvoll auf uns nieder“. Die schon seit vielen Jahren als „Bogenberger Maiandachtssängerin“ bekannte Sopranistin wurde, eine klangvolle Einheit bildend, auch bei ihren nächsten beiden Marienliedern von Judith Wagner an der Orgel begleitet.

Die „Flederwisch“-Stubenmusi, eine von Lydia Schedlbauer angeführte Hackbrett-, Zither-, Gitarren-, Kontrabass- und C-Klarinetten-Gruppe, wartete mit einem beschwingten Andante von Mozart auf, vertiefte zwischendurch die stimmungsvolle Atmosphäre mit dem romantisch bewegenden Lied „Hora, die Stunde“ und ließ mit ihrem beschwingten „Andachtswalzer“ viele Zuhörer sich heiter mit im Takt bewegen.

Der Landfrauenchor mit seiner Leiterin Astrid Weiser hatte drei Titel ausgewählt und entbot der Muttergottes mit „O Maria voll der Gnaden“ , dem „Ave Glöcklein läutet“ und „Es blühen drei Rosen auf einem Zweig“ ihre in zarte Melodien gefasste Bewunderung. Unter Stabführung von Hans Schedlbauer setzte der gemischte Chor des Trachtenvereins Osterglocke zu Herzen gehende Akzente.

„Maria du Schöne “ genauso wie „Sei gegrüßt zu Tausend Malen“ und „Rosenkranzkönigin, Jungfrau voll Gnade“ verdeutlichten einmal mehr den Lobpreis der Gnadenmutter. Von dem dem Bogenberg von der jährlichen Pfingstwallfahrt her verbundenen Männergesangsverein aus Holzkirchen wartete die von Werner Weinberger geleitete Formation in harmonischer Klangentfaltung auf. Aus der bekannten Greisinger Messe ließen sie das „Ave Maria“ hören, erfreuten mit „Schutzfrau des Bayernlandes“ und widmeten der in vielen Nöten angeflehten Gottesmutter ihr „Santa Maria, ora pro nobis“.

Mit ihrem ersten öffentlichen Auftritt ließ der erst kürzlich gegründete „Pfellinger Viergesang“ aufhorchen. In italienischer Sprache brachten sie ein „ Ave Maria“ zu Gehör und erinnerten mit „Maria auf der Rast“ an so manche ihrer Stationen mit dem Jesuskind. Den beeindruckenden Melodienbogen erweiterten mit dem kraftvollen Klang ihrer Blechinstrumente die „Brandlberger Buam“ – sie sind alle Mitglieder der in Oberalteich-Furth beheimateten Helmbrecht-Familie. Die altehrwürdigen Marienlieder „Wunderschön prächtige“, „Segne du Maria“ und „Milde Königin gedenke““ interpretierten sie. Zum Schluss gab es von Engelbert Helmbrecht das Trompeten- Solo „Amazing Grace“.

Nach rund zwei Stunden wurde das Körbchen herumgereicht, mit dem um Spenden gebeten wurde, und Pater Matek erteilte den Segen. Die Brandlberger Buam begleiteten das Schlusslied „Großer Gott, wir loben dich“. Gesellig und schneidig wieder von den Blechbläsern unterhalten, ging es draußen auf dem Pfarrhof mit einem Herbstmarkt weiter: Angeboten wurden Kaffee, Kuchen, Kartoffeln, Kürbisse und selbst gemachte Marmeladen. Auch dieser Erlös war für den wohltätigen Zweck.

Brandlberger Buam

Instrumentales brachten die „Brandlberger Buam“ zu Gehör.

Pfellinger Viergesang

Der „Pfellinger Viergesang“ bei einem seiner Beiträge.

 

 

 

 


Bogener Zeitung | Landkreis Straubing-Bogen | 30.09.2016