Fragen & Antworten

Was ist Leukämie?

Leukämie, der sogenannte Blutkrebs, ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Leukämiekranke haben zu viele weiße Blutkörperchen. Diese verdrängen aufgrund ihrer Überzahl die anderen Blutbestandteile und verlieren ihre Fähigkeit Krankheitserreger abzuwehren. Als Folge davon bricht das Immunsystem zusammen. Dies führt ohne Behandlung zum sicheren Tod.

Leukämie ist weder vererbbar noch ansteckend!

Über die genauen Ursachen herrscht noch weitgehend Ungewissheit.

Wie wird Leukämie behandelt?

Wenige Arten der Leukämie können durch Chemo- und Strahlentherapie unter Kontrolle gehalten – jedoch selten  geheilt werden. In den meisten Fällen ist eine Blutstammzelltransplantation die einzige Möglichkeit den Erkrankten vor dem sicheren Tod zu bewahren. Dazu benötigt man einen geeigneten Spender, dessen Gewebemerkmale mit  dem des Erkrankten übereinstimmen.

Was ist Knochenmark?

Knochenmark ist ein Gewebe, das sich überwiegend im Beckenkamm des Hüftknochens befindet. Das Knochenmark ist der Ort der Blutbildung, in dem sich die Stammzellen befinden. Aus diesen Zellen enstehen in mehreren Schritten die weißen und roten Blutzellen, sowie die Blutplättchen. Beim gesunden Menschen ist das Knochenmark im  Überfluss vorhanden.

Es handelt sich um Knochenmark und nicht, wie oft verwechselt wird, um Rückenmark!

Man hört immer wieder den Begriff Blutstammzellspende. Was ist das?

Mittlerweile spricht man allgemein von Blutstammzellspende, da es sich sowohl bei der Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm als auch bei der Entnahme aus dem peripheren Blutkreislauf um Blutstammzellen handelt.

Wer kann Blutstammzellen spenden und sich typisieren lassen?

Alle gesunden Personen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren können sich typisieren lassen und zwischen 18 und 61 Jahren Blutstammzellen spenden. Ausschlussgründe sind schwere Erkrankungen von Herz, Kreislauf oder Lunge, Stoffwechsel- oder Nervensystemerkrankungen sowie ansteckende Krankheiten wie etwa Malaria, Tuberkulose, Hepatitis C oder Aids. Ebensowenig darf spenden, wer einen bösartigen Tumor (Krebs) hat oder einmal hatte.

  • Eine Erkältung oder momentane Unpässlichkeit spielt keine Rolle
  • Alkohol/Restalkohol kein Problem bei Typisierung
  • Schwangerschaft/Typisierung möglich
    Daten werden bis zur Abstillzeit gesperrt –
    danach Aufnahme in das Spenderregister
Warum finden Typisierungsaktionen statt?

Einen passenden Spender findet man am ehesten unter den Geschwistern des Patienten. Steht jedoch kein Spender in der Familie zu Verfügung (Problem heute: kinderarme Familien) muss nach einem nicht verwandten Spender gesucht werden. Je mehr Personen im Zentralen Knochenmarkspenderregister für Deutschland (ZKRD) in Ulm  registriert sind um so schneller kann für einen Erkrankten ein Spender gefunden werden.

Was geschieht bei einer Typisierungsaktion?

Nach Abgabe einer Einverständniserklärung werden aus der Armvene etwa 8 ml Blut entnommen oder eine Speichelprobe abgegeben. Danach werden in einem Speziallabor die ersten Gewebemerkmale bestimmt.

Wie werden die gewonnenen Daten behandelt?

Die Ergebnisse werden in Datenbanken gespeichert und unter einer Kennnummer dem ZRK in Ulm mitgeteilt. Hier gehen alle Spendersuchen aus dem In- und Ausland ein. Die persönlichen Daten (Name und Anschrift) sind nur der Datenbank bekannt und werden nicht weitergegeben.

Die bei der Typisierung erfassten Daten stehen den Ärzten weltweit zur Verfügung!

Sie haben bereits an einer Typisierungsaktion, egal wo, teilgenommen?

Eine erneute Typisierung ist NICHT erforderlich. Sie sind bereits als potentieller Spender registriert.
Es würde nur unnötige Kosten verursachen.

Typisierung erfolgte bereits wegen Erkrankung eines Verwandten?

Die Daten werden nicht automatisch in die allgemeine Spenderdatei aufgenommen. Eine erneute Typisierung ist jedoch nicht erforderlich. Sie brauchen nur eine Einverständniserklärung zur Aufnahme in die allgemeine Spenderdatei abgeben (Einverständniserklärung beim Aktionskreis erhältlich).

Spielt die Blutgruppe eine Rolle?

Nein! Vor der Blutstammzellspende wird beim Patienten das vorhandene Immunsystem und die Blutbildung fast vollständig zerstört. Der Patient übernimmt durch die Spende die Blutgruppe des Spenders.

Welche Kosten entstehen dem Teilnehmer der Aktion für die Laboruntersuchung?

Den Teilnehmern an Typisierungsaktionen entstehen KEINE Kosten. Eine Typisierung ist jedoch sehr teuer und kostet 40 € pro Test. Wenn sich jemand selbst an den Kosten beteiligen möchte, sind wir für jede Spende, egal wie hoch, dankbar.

Wie lange muss ich warten, bis ich als Spender benötigt werde?

Das kann relativ schnell gehen, aber auch erst nach vielen Jahren oder auch überhaupt nicht. Es kommt darauf an, wann ein Erkrankter einen Spender mit Ihren Gewebemerkmalen benötigt.

Wie lange steht man als mögl. Spender zur Verfügung?

Jeder Typisierte ist bis zur Vollendung des 61. Lebensjahres als möglicher Spender eingetragen.

Wann ist man nicht mehr als Spender geeignet?
  • Zwischenzeitlich eingetretene eigene schwere Erkrankung, z. B. Tumorerkrankung
  • Unfall – wegen Unfallfolgen als Spender nicht mehr geeignet
  • Persönliche Gründe
Was geschieht bei der eigentlichen Blutstammzellspende?

Wenn Sie als Spender geeignet sind, werden Sie umfangreich körperlich untersucht. Die Entnahme der
Blutstammzellen wird in Kliniken durchgeführt, die über eine langjährige Erfahrung dieses Verfahrens
verfügen und die möglichst nahe am Wohnort des Spenders liegt.
Es bestehen zwei verschiedene Entnahmemöglichkeiten.

Blutstammzellentnahme aus dem peripheren Blutkreislauf

Heute wird überwiegend die Entnahme von Stammzellen aus dem Blutkreislauf durchgeführt. Nach Spritzen (5 Tage) eines wachstumfördernden Medikamentes werden Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut ausgeschwemmt.

Nun können die Stammzellen aus dem zirkulierenden Blut mit einer speziellen Zentrifugenvorrichtung getrennt  werden. Dauer etwa 3-4 Stunden, aber keine Narkose erforderlich.

Die gewonnenen Blutstammzellen werden dem Empfänger wie eine normale Blutkonserve verabreicht.

Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm

Falls der behandelnde Arzt des Erkrankten die Entnahme von Knochenmark/Blutstammzellen aus dem Beckenkamm für erforderlich hält, wird diese unter Vollnarkose durch mehrere Punktionen des Beckenkammes vorgenommen.

Dabei wird etwa 1 bis 1,5 Liter Knochenmark vermischt mit Blut entnommen (Gesamtmenge bei einem Erwachsenen je nach Körpergewicht 8 – 10 Liter). Bei dieser Methode ist ein 3tägiger Krankenhausaufenthalt nötig.

Die Blutstammzellspende ist die einzige „Organ-Spende” bei der man selbst nichts hergeben muss, was man nicht wieder bekommt und die zu Lebzeiten des Spenders erfolgt. Das Knochenmark wächst in etwa 10-14 Tagen  vollständig nach.

Welche Kosten kommen auf den Spender zu?

Keine! Kostenträger ist die Krankenkasse des Erkrankten. Kosten für notwendige Untersuchungen und Behandlungen des Spenders, Krankenhausaufenthalt, sonstige Unterbringung bei ambulanter Stammzellentnahme, Fahrtkosten, Verdienstausfall, Kosten für notwendige Haushaltshilfe, Kinderbetreuung, Betreuung von pflegebedürftigen  Angehörigen, landwirtschaftliche Hilfskräfte, soweit erforderlich, werden von dieser Kasse übernommen.

Wie ist der Spender versichert?

Der Spender ist automatisch bei der zuständigen Gemeindeunfallversicherung versichert. Dies gilt auch für Fahrten in die Klinik, einschließlich notwendiger Untersuchungen. Die Spenderdatei schließt eine Unfall- und Lebensversicherung ab.

Der allgemeine Organspenderausweis
beinhaltet NICHT die Blutstammzellspende!

Nachdem diese Art der Spende sehr einfach ist und Leben rettet, müssten wir uns eigentlich alle verpflichtet fühlen, bei solch einer Aktion mitzumachen, denn morgen schon können wir selbst betroffen sein.