Aktionskreis Hilfe für Leukämiekranke besteht seit 20 Jahren

Ein junger Mann (links) nimmt eine Speichelprobe für eine Knochenmarktypisierung, die die Bundeswehr in Ulm organisiert hatte. Foto: Stefan Puchner/dpa

Straubing-Bogen. Leukämie ist heilbar. Immer wieder erkranken teils sehr junge Menschen daran – auch bei uns im Landkreis. Um zu überleben, brauchen viele von ihnen eine Stammzellenspende. Der Aktionskreis Leukämiehilfe trägt seit über 20 Jahren mit seinen Initiativen dazu bei, einen passenden Spender zu finden.


Der Begriff Leukämie bezeichnet verschiedene Krebserkrankungen des blutbildenden Systems im Körper. Gemeinsam ist ihnen, dass sich entartete weiße Blutkörperchen, die Leukozyten, unkontrolliert vermehren. Jedes Jahr gibt es rund 12 000 Neuerkrankungen an Leukämie in Deutschland. Eine Stammzellenspende ist oft die einzige Möglichkeit der Heilung, wenn Strahlen- oder Chemotherapie nicht wirken.

Betroffene zu unterstützen, einen passenden Spender zu finden, hat sich der Aktionskreis „Hilfe für Leukämiekranke“ auf die Fahnen geschrieben. Er ist 1997 ins Leben gerufen worden und ist eine Interessengemeinschaft von Betroffenen, Angehörigen, Freunden und Bekannten, die sich zum Ziel gesetzt haben mitzuhelfen, dass möglichst viele Typisierungen vorgenommen werden können.

18500 Menschen als Spender registriert

Zu den Gründungsmitgliedern gehören Bianka und Alfred Stöcker und Franz Schedlbauer aus Bogen sowie Manfred Reiner aus Rattiszell. Schedlbauer ist inzwischen 1. Bürgermeister von Bogen, Reiner von Rattiszell. „Wir sind alle beim BRK“, erzählt Bianka Stöcker. Die erste Typisierungsaktion hat der Aktionskreis 1998 in Bogen auf die Beine gestellt für Peter Fritsch, einen gebürtigen Leiblfinger. Viele weitere sollten folgen.

Seit Bestehen dieses Aktionskreises konnten rund 18 500 Menschen als Knochenmarkspender im Zentralen Knochenmarkspenderregister Deutschland (ZKRD) gespeichert werden, berichtet Bianka Stöcker. Landrat Josef Laumer hatte sie bereits im Jahr 2015 mit dem Ehrenzeichen des Landkreises Straubing-Bogen ausgezeichnet. Dank ihres „unermüdlichen Einsatzes“ hätten schon Hunderttausende von Euro für die Typisierungsaktionen gesammelt werden können, würdigte Laumer damals. Allein die letzten beiden großen Typisierungen in Haselbach und in Straßkirchen haben rund 100 000 Euro gekostet, die der Aktionskreis übernommen hat.

Auch andere haben sich inzwischen vom Engagement des Aktionskreises anstecken lassen: Die Straubinger FOS/BOS beteiligt sich seit 2014 an der Initiative „Hilfe für Leukämiekranke“. Jedes Jahr wird dort eine Typisierung durchgeführt.

Aktuell kostet eine Typisierung 40 Euro (bis vor Kurzem noch 50 Euro). Alle Typisierungen konnten dank der Spenden durch den Aktionskreis finanziert werden. Eine Blutstammzellenspende kann Leben retten. Der Eingriff ist für den Spender gut verkraftbar, denn anders als früher erfolgt die Stammzellenentnahme meist über den Blutkreislauf, nicht mehr aus dem Beckenkamm.

Keine Typisierung soll am Geld scheitern

Der Aktionskreis sammelt weiterhin fleißig Spenden, damit keine Typisierung am Geld scheitert – denn dazu ist das Leben zu wertvoll. – pah –

Wer spenden möchte, kann das an folgendes Konto tun: IBAN: DE  26 7425  0000  0000  960096, BIC: BYLADEM1SRG, Sparkasse Niederbayern-Mitte, „Kennwort: Hilfe für Leukämiekranke“. (Text: Stefan Puchner/dpa)


Bogener Zeitung | Landkreis Straubing-Bogen | 10.12.2019